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Spezialisiertes Friedfischangeln & Naturköderangeln auf Raubfische.
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Die Specimen Hunting Group Dortmund - 33 Jahre erfolgreiches Friedfischangeln

shg-dortmund_teaser.jpgDiese Truppe ist in Deutschland der Inbegriff des spezialisierten Friedfischangelns. Im Classy Catchers Interview erzählen Bernd Steffen und Roland Fiedler mehr über die SHG Dortmund, bisherige Erfolge, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Ziele.







CC: Die Specimen Hunting Group Dortmund ist hierzulande seit ihrer Gründung 1977 der Inbegriff für die „Englische Angelei“ auf Friedfische. Neben der Verwendung spezialisierter Methoden und dem gezielten Fang kapitaler Fische ist für euch auch der schonende Umgang mit dem gefangenen Fisch sehr wichtig. In zahlreichen Fachbeiträgen und mehreren Büchern habt ihr euer Wissen und eure Erfahrung weitergegeben und so vielen Anglern als Vorbild gedient. Mit eurem Messestand auf der Jagd & Hund in Dortmund zeigt ihr darüber hinaus schon seit Jahren, dass es euch wichtig ist, den Kontakt zur „Basis“ zu Pflegen und interessierten Anglern Rede und Antwort zu stehen. Es ist mir eine ganz besondere Ehre, dass ihr euch zu einem Classy Catchers Interview bereit erklärt!

Seit nun 33 Jahren seit ihr hierzulande die Institution im spezialisierten Friedfischangeln. Wie sehr erfüllt Euch diese Leistung mit Stolz?

SHGD: Als wir vor 33 Jahren anfingen unser Angeln umzustellen und uns immer intensiver mit speziellen Methoden, Fischarten und Geräten zu befassen, konnte keiner von den Gründungsmitgliedern ahnen, dass die Specimen Hunting Group Dortmund bis zum heutigen Tag bestehen würde. Sicherlich waren die Zeiten nicht immer einfach, und eine Gruppe von oft sehr unterschiedlichen Leuten auf Kurs zu halten, erforderte nicht selten den totalen Einsatz. Stolz sind wir trotzdem, nicht alleine auf die Tatsache, dass die SHGD 33 Jahre alt ist, sondern auf viele kapitale Fische, die wir im Laufe der Zeit fangen konnten, den einen oder anderen Artikel sowie einige Bücher die wir geschrieben haben.


shg-dortmund_steffen_fiedler.jpgBernd Steffen und Roland Fiedler von der Specimen Hunting Group Dortmund: Seit Frühjahr 2010 unterstützen sie die Hardy & Greys GmbH insbesondere bei der Öffentlichkeitsarbeit.


CC: Wie würdet ihr einem „Normalangler“ den Reiz beschreiben, den Specimen Hunting – also das gezielte Beangeln kapitaler Fische – für euch ausmacht?

SHGD: Kapitale Fische kann jeder zufällig beim ganz normalen Angeln fangen oder z.B. im Urlaub an einer zugewiesenen Stelle mit mehr oder weniger Anleitung durch einen Guide. Das ist es aber nicht, was den Reiz des Specimen Hunting ausmacht. Für uns beginnt das spezialisierte Angeln mit der Auswahl eines Gewässers und einer Angelstelle. In Erfahrung bringen des Fischbestands, der Bedingungen am Gewässer, der Zufahrtswege, Ausloten, Anfütteraktionen usw. gehören danach zum Grundprogramm.
Oft dauert es Wochen, bis wir durch gezielte Maßnahmen wie Anfutterwechsel, Köderwechsel oder Änderung der Montage zum Erfolg kommen. Doch das Gefühl, nach einer durchdachten Taktik und oft unendlicher Geduld die auserwählten Fische zu fangen, möchte keiner von uns je missen.

CC: Was ist für euch – neben dem Fang kapitaler Fische – noch wichtig beim Angeln?


roland-fiedler_doebel.jpgRoland Fiedler mit zwei guten Döbeln.

SHGD: Uns interessieren grundsätzlich alle das Angeln tangierenden Einflüsse und Gegebenheiten, wie z.B. Tiere und Pflanzen am und im Wasser, Fotografien, Angelgerät, Gruppenarbeiten usw.

CC: Zu Beginn diesen Jahres habt ihr eine Zusammenarbeit mit Hardy & Greys beschlossen. Das hört sich spannend an! Wie kam es dazu und was wird Eure Aufgabe sein?

SHGD: Wir hatten schon lange gute Kontakte zum Hause Blanchard, dem deutschen Vertrieb für Chub und somit den Vorgängern der Hardy & Greys GmbH, sodass sich eine Zusammenarbeit ergab, insbesondere aufgrund der aufgeschlossenen Sichtweise des deutschen Hardymanagments für unsere Art des Angelns. Unsere Aufgabe besteht neben beratender Tätigkeit auch darin, Gerät zu testen und weiter zu empfehlen.

CC: Ihr seit bekannt dafür, dass ihr die Vorzüge klassischer Ruten- und Rollenmodelle zu schätzen wisst. Was war es für ein Gefühl, die geliebten Schätzchen daheim zu lassen und mit ganz aktuellem High-End Tackle ans Wasser zu gehen?

SHGD: Wir hatten ein gutes Gefühl! Zum einem angeln wir schon seit Jahren mit Hardy und Greys Ruten und zum anderen sind uns trotz unserer Verbundenheit zu älterem Gerät neue Materialien nicht fremd. Seit Ende der 80er Jahre hat sich unser Gerätespektrum in zwei Richtungen entwickelt. Die eine Richtung zeigte zurück bis in die 50er Jahre, die andere in die Zukunft, sodass wir seit jeher, abhängig von der Fischart, mit ganz aktuellen Ruten und auch Rollen fischen.

CC: Die Firma Hardy hat immer schon erfolgreiche Angler in die Entwicklung ihres Angelgeräts eingebunden. Im Coarse-Sektor gab es z.B. die „Fred J. Taylor Trotter“, die „Richard Walker Carp“ oder die „Fred Buller Pike“. Wäre das auch etwas für Euch, an der Entwicklung von Angelgerät beteiligt zu werden? Wie wäre es bspw. mit der „Bernd Steffen Döbel“ oder der „Roland Fiedler Schleie“?

SHGD: Wir hätten nichts dagegen einzuwenden, aber man muss natürlich berücksichtigen, dass wir vom deutschen Markt sprechen und die Vermarktung solcher Ruten sicherlich schwierig sein würde.

CC: Man hat das Gefühl, dass wir beim Specimen Hunting auf Friedfische im Bereich der Methoden und Montagen schon fast am Ende der Fahnenstange angekommen sind. Futterkorb, Link Leger, Liftmontage, Festblei, Haarmontage – alles das gibt es schon. Glaubt ihr, dass es noch grandiose Entwicklungen geben wird, die unsere Fänge enorm steigern werden? Wo seht ihr noch Entwicklungsbedarf?

SHGD: Wir sehen keine bahnbrechenden Methoden, wie etwa das Boilieangeln oder die Haarmontage auf das Angeln zukommen. Leider geht im Laufe der Jahre auch viel Wissen verloren, wie z.B. das Schwingspitzenangeln, das auch noch heute verblüffende Fänge ermöglicht, aber nur noch von wenigen Insidern praktiziert wird. Entwicklungsbedarf sehen wir weniger bei Methoden und Montagen, sondern in der Szene selbst, wo ihr von Classy Catchers sicherlich einen wesentlichen Beitrag liefert.


shg-dortmund_tackle.jpgDas Fangen großer Fische erfordert Ausdauer und ist manchmal anstrengend...
shg-dortmund.jpgIst das Tackle am Wasser, beginnt die gemütliche und hoffentlich erfolgreiche Phase.


CC: In eurer langen Anglerkarriere habt ihr es beide geschafft, von jeder der beliebteren Friedfischarten schon beeindruckende Exemplare auf die Matte zu legen. Wie würdet ihr euer anglerisches Ziel für die nächsten Jahre beschreiben?

SHGD: Sicherlich haben wir einige gute Fische gefangen und trotzdem streben wir weiter nach noch größeren Exemplaren. Wir halten nichts davon ins Ausland zu fahren und z.B. mal eben eine Woche Brassen zu machen. Zu 95% haben wir unsere Kapitalen in Deutschland gefangen und sehen hier durchaus Entwicklungspotenzial. So erwarten wir in den nächsten Jahren endlich Rotaugen von über 3 Pfund, nachdem wir bereits viele Fische zwischen 2,5 und knapp 3 Pfund fangen konnten. Des Weiteren läuft unsere Intensivfahndung in den nächsten Jahren auf Döbel, Karpfen, Aland und Brassen.

CC: Wie ich aus eurem Buch „10 Jahre Specimen Hunting – 10 Jahre erfolgreiches Angeln“ entnehmen konnte, wolltet ihr nie eine Gruppe mit vielen Mitgliedern werden. Mittlerweile seit ihr jedoch nur noch zu zweit. Soll es bei diesem Duo bleiben, oder habt ihr vor in Zukunft auch wieder Mitglieder aufzunehmen?

SHGD: Leider seid ihr hier falsch informiert worden. Wir haben zur Zeit vier Mitglieder und sind auch weiterhin an geeigneten Newcomern interessiert. Ein Duo sind wir übrigens nie gewesen. Die Mitgliederzahl schwankt schon seit Jahren zwischen 3-7.


CC: Wie wird sich nach eurer Meinung die Friedfischangelei in Deutschland künftig entwickeln und welchen Platz wird dort Specimen Hunting einnehmen?

SHGD: Wir erkennen klar Tendenzen, dass es mit dem Matchangeln wieder aufwärts geht. Es gibt in diesem Bereich viele Angler, die sich intensiv damit beschäftigen. Das Interesse am Specimen Hunting ist in Deutschland über die letzten 10 Jahre etwa gleich geblieben, mit Tendenz nach oben. Auf unserm Messestand bei der Jagd & Hund in Dortmund beschäftigten wir uns dieses Jahr mit dem Döbelangeln. Eine Fischart für Minderheiten, dachten wir. Am Samstag war dann unser Stand dermaßen voll, dass wir überlegten einseitig zu schließen.
Ansonsten finden wir, dass dem Friedfischangeln allgemein in Deutschland, aber insbesondere in der Fachpresse, zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Erst wenn hier mehr gemacht wird, kann sich auch der Stellenwert des Specimen Huntings verbessern.


bernd-steffen_doebel.jpgBernd mit einem guten Exemplar eines seiner Lieblingsfische.


CC: Oft durfte ich in den Angelmedien schon eure beeindruckenden Fänge bestaunen. Neben tiefem Respekt und blankem Neid hat mich das aber auch schon oft in ausufernde Selbstzweifel gestürzt. Es hat den Anschein, als würdet ihr immer fangen! Es würde mir – und sicher vielen Lesern – Selbstvertrauen zurückgeben, wenn ihr berichten könntet, dass auch ihr manchmal als Schneider nach Hause kommt! Also, gibt es in eurem Angeltagebuch Kapitel über schmerzliche Blanksessions?

SHGD: Wir versuchen schon seit Jahren Schneidertage zu vermeiden, indem wir uns möglichst gut auf die Angeltage vorbereiten. Trotzdem könnten wir ein Buch unter dem Titel „Nietentage & Blanksessions„ in kurzer Zeit fertig stellen, da wir hier reichlich Erfahrung gemacht haben.
Nehmen wir z.B. den Brassen, wir haben hier viele Fische zwischen 10–15 Pfund gefangen. Will man jetzt noch größere Fische fangen muss man sich auf lange Durststrecken und Blanksessions einstellen. Wem das nicht klar ist wird an einer solchen Aufgabe scheitern.
Blanktage können auch positive Auswirkungen haben, wenn wir daraus lernen. Deshalb sollte man alles in seinem Fangbuch festhalten. Auch Dinge, die im Moment unwichtig erscheinen, können zu einem späteren Zeitpunkt nutzbringend Verwendung finden. Dick Walker sagte einmal: „Warten ist harte Arbeit!“ Manch einer mag dabei schmunzeln, der erfahrene Spezialist weiß, dass dieser Satz nur zu wahr ist.

CC: Peter Stone hat einmal geschrieben, dass wenn er den Rest seines Lebens nur noch auf eine Fischart angeln dürfte, dann würde er sich für den Döbel entscheiden. Welche Fischart wäre es bei euch?

SHGD: Döbel!

CC: Ich danke euch sehr für dieses Interview und die interessanten Einblicke! Habt ihr noch ein paar abschließende Worte für unsere Leser?

SHGD:
Wir danken Classy Catchers für dieses interessante Interview und wünschen allen Lesern eine weiterhin gute Saison, mit möglichst wenigen Blanksessions. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der Jagd & Hund im Februar 2011. Tight lines!



Das Interview wurde geführt von Wolfgang Kalweit


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