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THEMA: Ich und der Aal

Ich und der Aal 20 Jul 2014 19:58 #11835

Hallo liebe Angelfreunde,
da es in der Rubrik "Aal" sehr ruhig ist, schreibe ich hier mal meine Erfahrungen zum Thema Aalangeln am Rhein nieder. Neben dem Döbel habe ich dieses Jahr mein Augenmerk auf den Aal gelegt, ein sagenumwobnes Tier, er wandert tausende von Kilometer um seinen Laich abzulegen, er soll sich sogar über Land fortbewegen, wobei Letzteres wohl nur die wenigsten jemals beobachten konnten. Außerdem beschäftigt das Verhalten des Aals nach wie vor die Forscher. All das und nicht zuletzt die Tatsache, dass der Aal ein super Sportfisch ist, bewirken bei mir eine riesige Faszination.
Gestern Abend war es dann soweit, meine fünfzehnte Aalnacht in 2014. Es ist mit Sicherheit hinreichend bekannt, dass der Aalbestand, sowohl im Rhein als auch in anderen Gewässern, stark Rückläufig ist. Die Fischereigenossenschaften versuchen diesem Problem mit Besatzmaßnahmen entgegenzuwirken, somit wird der Fang nicht einfacher und Aalnächte mit zwanzig Aalen gehören am Rhein ganz klar der Vergangenheit an.
Als ich Anfang 2014 beschloss intensiv dem Aal nachzustellen, wusste ich noch nicht welche Anziehungskraft dieser Fisch auf mich ausüben würde. Vor meinem ersten Aalansitz, welchen ich Mitte April tätigte, wurde ich mit einer riesigen Wucht von Artikeln, Methoden und Filmen zu diesem Thema konfrontiert. Es wurde über Montagen, Spots und nicht zuletzt das Wetter diskutiert und ehe ich mich versah hatte ich den Überblick verloren. Also entschied ich mich jegliche Tipps zu ignorieren, ich montierte eine einfache Grundmontage, welche aus einem Sargblei, einem Wirbel, dem Vorfach und einem Wurm bestand und versenkte das Ganze in irgendeinem Buhnenfeld. Es kam wie es kommen musste, ich schneiderte, bis auf einige Grundeln bekam ich nichts zu sehen. Also war ich wohl doch auf Tipps angewiesen, nach vielen Abenden vor dem Rechner und einigen Spaziergängen am Wasser wusste ich, dass es wohl nicht an der Montage, sondern mehr an der Platzwahl bzw. dem Wetter gelegen hat. 
Für meinen zweiten Versuch versenkte ich meine Montage, in einer Neumondnacht, an einem kleinen Einlauf, leicht versetzt direkt an der Steinpackung. Nachdem ich etliche Grundeln landete, bekam ich nach Einbruch der Dunkelheit einen heftigen Biss, nach dem Anhieb und einem kurzen Drill setzte sich der Fisch zwischen die Steine, allerdings wusste ich "das muss ein Aal gewesen sein". Am nächsten Abend versuchte ich es an der selben Stelle nochmal , einzige Änderung war ein stark verkürztes Vorfach, wodurch ich mir eine schnelle Bisserkennung versprach. Der Plan ging auf, in der selben Nacht hielt ich meinen ersten Rheinaal in den Händen.
Mittlerweile, nach fünfzehn Aalnächten, konnte ich viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln, mittlerweile gelingt es mir fast in jeder Aalnacht mindestens einen Aal zu fangen, so auch gestern. Aber sehr selbst:

Ich hoffe mein kleiner Bericht hat euch gefallen!
Gruß Benny
"Die Angel ins Wasser werfen tut's nicht allein, der Fisch will auch gezogen sein." Deutsches Sprichwort
Letzte Änderung: 20 Jul 2014 20:00 von bene.laesst.rollen.

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 20:45 #11836

  • atrox
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Du hast dir def. Mühe gegeben, das Video gefällt auch!
Allerdings - so gerne ich früher auch auf Aal gefischt habe - und damals hab ich wohl auch die meisten entnommen, sehe ich heute völlig davon ab auf Aal gezielt zu fischen - geschweigen denn einen zu entnehmen!
Die Bestände sind in Gegensatz zu 1990 wirklich nur noch armseelig, wo man früher wirklich 10 Fische die Nacht hatte könnte man heute froh sein 10 in der Saison zu fangen....
Ist nicht böse gemeint.....
Just fishing!

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:18 #11837

  • Wolfgang
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Hi Benny,

ich finde in der Tat auch, dass Aale extrem faszinierende Fische sind und das gezielte Beangeln von vor allem kapitalen Exemplaren eine besondere Herausforderung ist.

Grüße

Wolfgang

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:27 #11838

  • Wolfgang
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Ach ja, in England wurde vor paar Tagen dieser Megabursche gefangen:

Groß-Aal

10 lb und 3 oz brachte der tolle Fisch auf die Waage und reichte somit knapp an den britischen Rekord-Aal heran (11 lb 2 oz).

Gruß

Wolfgang
Letzte Änderung: 20 Jul 2014 21:29 von Wolfgang.
Folgende Benutzer bedankten sich: bene.laesst.rollen

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:30 #11839

atrox schrieb:
Du hast dir def. Mühe gegeben, das Video gefällt auch!
Allerdings - so gerne ich früher auch auf Aal gefischt habe - und damals hab ich wohl auch die meisten entnommen, sehe ich heute völlig davon ab auf Aal gezielt zu fischen - geschweigen denn einen zu entnehmen!
Die Bestände sind in Gegensatz zu 1990 wirklich nur noch armseelig, wo man früher wirklich 10 Fische die Nacht hatte könnte man heute froh sein 10 in der Saison zu fangen....
Ist nicht böse gemeint.....


Da hast du schon recht! Der Verzehr ist ja auch nicht ganz unbedenklich! Dementsprechend entnehmen ich auch nur äußerst selten einen Fisch.
Allerdings die Tatsache, dass der Bestand nicht mehr so gut ist, ist für mich eine besondere Herausforderung!
Gruß Benny
"Die Angel ins Wasser werfen tut's nicht allein, der Fisch will auch gezogen sein." Deutsches Sprichwort
Letzte Änderung: 20 Jul 2014 21:33 von bene.laesst.rollen.

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:33 #11840

  • HerrJanssen
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Hehe. Wenn ich mich nicht täusche war das der Walsumer Fähranleger? Und vorher in etwa die Einfahrt zum Kraftwerk? Ich hab bis vor einigen Jahren (falls es sich mit Walsum bestätigt) gegenüber (stromaufwärst vom Orsoyer Anleger) gesessen und auch sehr regelmäßig Aale gefangen.
A float tip is pleasing in it's appearence and even more pleasing in it's dissapearence!
[H.T. Sheringham]

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:35 #11841

  • atrox
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Na denn ist ja alles gut!
Gelegentlich mal einen Fisch zu entnehmen ist kein Beinbruch! Solange man gewissenhaft handelt....

Ich für meinen Teil hab seit bestimmt 3 oder 4 Jahren keinen Fisch aus einem natürlichen Gewässer mehr entnommen - ganz egal ob Zander oder Rotauge... Es sei denn ich musste weil der Fisch (in meinen Augen) schlechte Karten gehabt hätte zu überleben....
Just fishing!

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 21:49 #11843

HerrJanssen schrieb:
Hehe. Wenn ich mich nicht täusche war das der Walsumer Fähranleger? Und vorher in etwa die Einfahrt zum Kraftwerk? Ich hab bis vor einigen Jahren (falls es sich mit Walsum bestätigt) gegenüber (stromaufwärst vom Orsoyer Anleger) gesessen und auch sehr regelmäßig Aale gefangen.


Der Spot ist an der Rheinfähre in Xanten, also etwas weiter Strom ab. Dort legt Tagsüber eine Personenfähre an.

atrox schrieb:
Na denn ist ja alles gut!
Gelegentlich mal einen Fisch zu entnehmen ist kein Beinbruch! Solange man gewissenhaft handelt....

Ich für meinen Teil hab seit bestimmt 3 oder 4 Jahren keinen Fisch aus einem natürlichen Gewässer mehr entnommen - ganz egal ob Zander oder Rotauge... Es sei denn ich musste weil der Fisch (in meinen Augen) schlechte Karten gehabt hätte zu überleben....


Der größte Teil meiner Fänge wandert auch zurück. Das Verhalten vieler Angler, die jeden Fisch entnehmen, finde ich auch nicht okay. Aber bei einer leckeren Forelle oder einem schönen Küchenzander, da sag ich nicht nein. Natürlich sollte das alles in Maßen und nicht in Massen geschehen, schließlich will ich als Angler, wenn ich Fisch esse, frischen Fisch essen, da nützt es mir nichts wenn ich meinen Fang nicht direkt verarbeiten kann!
"Die Angel ins Wasser werfen tut's nicht allein, der Fisch will auch gezogen sein." Deutsches Sprichwort

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 22:26 #11844

  • mupliss
Einst gab es so viel Aal, dass die Glasaale tonnenweise abgefischt wurden und als Delikatesse in der Konserve oder zur Mast in Italien landeten.
Trotzdem waren unsere Flüsse voller Aal. Und an kleineren Gewässern, wie z.B. der Agger, konnte man in manchen Nächten die steigenden Blankaale beobachten - hunderte Tiere.

In den letzten 20 Jahren ist die Population von Glasaale an den europäischen Flußmündungen um 99% geschrumpft.
Sämtliche Aale größer 60cm sind Rogner. Sämtliche Aale in stehenden Gewässern ohne Zugang zu westeuropäischen Flüssen werden niemals ablaichen. Sämtliche Aale, die in den letzten 50 Jahren in Gewässer östlich der europäischen Wasserscheide eingesetzt wurden, z.B. in die Donau, werden niemals ablaichen. Die heißeren Sommer und damit verbundenen niedrigen Wasserstände führen zur Rotbauchseuche, die Kormorane sind Top Prädatoren auf Aal und der Ausbau der Wasserkraft hilft nicht, sondern häkselt.

Man hat Aale in der Sargassosee in 2000m!! Tiefe gefilmt. Man hat sie aber noch NIE beim Laichen beobachtet. Der Aal ist so alt, dass sein Laichrevier mal vor der Tür lag. Erst durch die Plattentektonik entstand über Hunderttausende Jahre die große Entfernung zur heutigen Sargassosee.

All das interessiert aber keine S**. Und am Hamburger Fischmarkt schreien sie immer noch: Mädels, esst mehr Aal - der Schwanz ist das Beste! Und alle lachen in ihrer Einfältigkeit.


Der Aal sollte nicht nur nicht mehr beangelt werden dürfen - der Fang und Verzehr gehört für die nächsten 10 Jahren verboten! Hier wird ein Fisch platt gemacht, von dem wir NICHTS wissen!

Und diese von Wolfgang verlinkte fette Dame könnte rund 7 Mio. !! Eier laichen. Wird sie aber höchstwahrscheinlich nicht. Traurig.

Und wer 2014 Videos zum Aalfang macht, den Fisch mitnimmt und den bedrohten Bestand und die abnehmende Population als Herausforderung sieht - der hat leider überhaupt nichts begriffen. Nichts...

PS:

Der Esel nennt sich immer zuletzt.
Letzte Änderung: 20 Jul 2014 22:30 von .

Aw: Ich und der Aal 20 Jul 2014 22:52 #11845

  • HerrJanssen
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  • Ständig hier
  • Wenn man doch nur mehr Zeit fürs Angeln hätte...
  • Beiträge: 200
@ mupliss: Ich bin grundsätzlich Deiner Auffassung, dass der Aal besser geschützt werden müsste. Siehe die Beiträge im Aal-Board. Allerdings finde ich, dass man diese Ansicht in einem etwas freundlicheren Tonfall vermitteln könnte. Das wirkt schon ziemlich barsch.
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[H.T. Sheringham]
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