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Spezialisiertes Friedfischangeln & Naturköderangeln auf Raubfische.
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THEMA: Frust....

Frust.... 10 Okt 2011 13:22 #1337

  • André
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Moin zusammen,
ich hoffe, in diesem Forum können ein paar Fragen für mich beantwortet werden, die sich in diesem Jahr angesammelt haben. Ich versuche seit einem Jahr den Barben in der Aller bei Verden gezielt nachzustellen. Ausgelöst wurde das Ganze durch eine Zufallsbarbe aus der Weser. Ich war schwer beeindruckt von diesem kampfstarken Fisch und habe seitdem viel und meistens erfolglos auf eben diesen gefischt. In etwa 30 Angeltagen konnte ich 10 Barben landen. In sehr unterschiedlichen Größen und unter sehr unterschiedlichen Verhältnissen.

Hier kommt nun ein ganzer Fragenkatalog, den mir hier leider niemand beantworten kann, da die Barbe in diesen Gefilden doch eher ein Exot ist und es hier einfach keine Basis an Erfahrungswerten seitens anderer Angler gibt. (Oder ich habe diese noch nicht gefunden...

1. Stellenwahl: Die Aller ist im Schnitt anderthalb Meter tief. In den Innenkurven wesentlich flacher und in den Außenkurven teilweise bis 4 Meter tief. Der Boden meist kiesig oder Sandig mit sehr spärlichem Pflanzenbewuchs. Es stehen z.T große Weiden am Ufer, die schöne ruhige Bereiche schaffen. Es ist mir bis heute nicht möglich, klare Muster zu erkennen, wo sich die Fische aufhalten. Mal war es die tiefe Rinne in einer Außenkurve, dann aber auch wieder der flache Teil einer Innenkurve. Auf gerader Strecke einfach irgendwo mittendrin. Die ruhigen Bereiche hinter den Büschen am Ufer haben noch keinen Fisch produziert. Viele verschiedene Bereiche brachten Barben. Aber eben leider nicht mit Regelmäßigkeit. Das frustriert auf die Dauer doch etwas.
Die Literatur dazu ist zumindest im deutschsprachigen Bereich doch sehr spärlich. Was bringt erfahrungsgemäß die größten Erfolgsaussichten? Auf welche Bereiche eines Flusses sollte ich mich am meisten konzentrieren? Wann wird das ?Boiling Water? zu boilig? Strömungskante oder Strudelkante? Richtige und für die fische angenehme Fließgeschwindigkeit? Fragen über Fragen...
2. Methoden/Füttern: Ich habe Barben mit dem Rollblei fangen können. Dieses waren aber meistens klein. Die besseren Exemplare gab es entweder mit nem Linkledger oder aber einem Festblei mit Käse oder Maden am Haar. Meistens fische ich eine verlängerte Futterspur, vorneweg einen Blockendfeeder, der die Futterspur aufrecht erhalten soll und dahinter eine zweite Rute mit einer Festbleimontage und Köder nach Wahl. Am anfang des Fischens bringe ich eine recht große Menge Futter ein und danach nur noch Maden, Hanf und Minipellets. Das scheint mir aber nicht sehr präzise zu sein. Letztlich kann ich die Stömungsverhältnisse unter Wasser ja nicht sehen. Ich denke oftmals, dass sich mein futter über viele Meter verteilt. Es bringt definitiv mehr Bisse, aber ich denke auch, dass ich so unnötig lange auf Bisse warten muss.
Wäre eine winzige, kompakte Futterstelle besser? Wenn ja, wie aufbauen? Wenn ich das nur über einen Feeder steuere, dann bin ich nach 4 Stunden Angeln völlig im Eimer... Da kommen dann gut 70 Würfe zusammen. Und leider kann ich hier ja nicht von regelmäßigen Bissen sprechen.
3. Aussteiger: Diesen Samstag habe ich vieles (?) richtig gemacht. Nach dem Kälteeinbruch habe ich mir in einem 90° Knick ein tiefes Buhnenfeld ausgesucht. Etwa 3 Meter tief, mit recht harter Strömung. An der Buhnenkante habe ich etwa 3 Liter stark klebendes Futter mit Maden, Hanf und viel Kies versenkt und dann mit zwei ruten an dieser Kante gefischt. Die erste Rute hatte einen Blockendfeeder, etwa 80cm 25er Vorfach und ein 10er Haken, bestückt mit Maden. Die zweite Rute ein 120gr Festblei, nen 6er Karpfenhaken mit etwa 20 Maden am Haar. Erst gab es ein paar Döbel und dann gegen 18.30 den ersten guten Biss. Dieser fisch stellte sich quer in die Strömung und ließ sich nur extrem wiederwillig in meine Richtung bewegen. Nach ein paar Minuten gab es einen Ruck...und der Fisch war weg. Das war auf den Linkledger.
Gegen 22 Uhr bekam ich einen wirklich heftigen Biss auf die Festbleimontage, so heftig, dass mir fast die Rute flitzen gegangen wäre. Rute aufnehmen, und... Nichts mehr.
Diese kleine Story ist nur dazu da, um zu zeigen, wie es mir schon oft ergangen ist. Ich habe einige Fische gar nicht haken können, einige im Drill verloren und im Kescher haben sich auch schon einige vom Haken verabschiedet. Ist das normal? Ist vielleicht ein 100gr Korb an der Schnur zu schwer, sprich: Rütteln sich die Barben den Haken selber aus dem Maul? Ich benutze schon recht weiche Ruten, daran sollte es also nicht liegen, aber dann stellt sich die Frage des richtigen Setups. Die Ruten müssen genug Power haben, um schwere Gewischte werfen zu können und genug Rückrad haben, um einen starken Fisch in der Strömung bewegen zu können. Und sie sollten weich genug sein, um die starken Schläge der Barbe gut abfedern zu können. Vielleicht habe ich auch da noch nicht das richtige Mittel gefunden? Zur Zeit nutze ich die Prodigy Specialist von Greys in 1,5 bzw. in 2lb? je nach Strömung und dem Gewicht, welches ich bewältigen muss. Gepaart mit einem 25er Vorfach sollte das eigentlich nicht zu schwer sein. Hoffe ich?
Ok, nach dem Roman bin ich erst mal durch. Entschuldigt bitte die Länge des Textes, aber mir spukt da eine Menge im Kopf herum und irgendwen muss ich ja mal fragen 

Aw: Frust.... 10 Okt 2011 20:31 #1340

Ich habe früher öfters am Rhein auf Barben gefeedert und fahre zweimal im Jahr an die Weser um dort auf Barben mit der Kopfrute zu angeln.

Meine Kumpels hatten auch mal Günter Horler - einen der besten Stippangler Deutschlands - zur Weser zu einer Art Workshop eingeladen, und haben mir davon berichtet.

Folgende Schlüsse habe ich für mich aus diesen Sachen gezogen:

Beim Füttern kommt es auf die Lebendköder und nicht auf das Stippfutter an, das dient eigentlich nur dazu, die Maden auf den Grund zu bringen. Noch besser funktioniert es an der Weser, wenn man Maden mit Kies verklebt und somit schwere Madenballen formt. Alternativ würde vielleicht auch ein Baitcaster gute Dienste leisten. Um die Fische an den Platz zu ziehen und dort zu halten sind dann locker auch mal über zwei Liter Maden nötig - zumindest an großen Gewässern mit gutem Bestand.

Sind die Fische dann am Platz ist die Köderpräsentation ein weiteres wichtiges Kriterium. Beim ANgeln mit Maden ist es extrem wichtig, die richtige Driftgeschwindigkeit herauszufinden. Bei dem Workshop mit G. Horler konnten nachher meine Freunde mit Günters Kopfrute auf seinem Futterplatz angeln. Obwohl auch sie gute Stipper sind, fingen sie lange nicht so viele Barben, wie Günter zuvor und auch danach. Günter erklärte, dass man die optimale Driftgeschwindigkeit herausfinden muss und die Pose dann optimal führen muss. Er kann das wirklich in Perfektion: Da ist keine ungewollte Bewehung und kein Ruckeln in der Pose zu sehen.

Natürlich kann man auch stationär Barben fangen, aber wahrscheinlich lange nicht so gut, wie in der perfekten Drift.

Ich konnte auch mal einen Trupp Barben beim Fressen in flachem Wasser beobachten und was ich da sehen konnte bestätigt diese Aussage.
Eine Barbe ging vorneweg und wirbelte heftig den Grund auf und drehte Steine mit der Schnauze um - total heftig und aggressiv. Die anderen warteten dahinter einfach auf das nun antreibende Futter (Larven, Bachflokrebse etc.).
Bachflohkrebse sind in Gewässer, wo sie viel Vorkommen übrigens sehr gute Köder -auch die Imitate zum Fliegenfischen sind ganz gut.

Gruß
Georg

Aw: Frust.... 10 Okt 2011 20:35 #1341

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Deine Beschreibung kommt meinen Erfahrungen vom Rhein sehr nahe. Ich kenne zwar mittlerweile einige ziemlich gute Stellen, die fast todsicher zu Barben führen, allerdings werden diese nur selten von mir gelandet.

Mehr auch hier: www.classycatchers.de/index.php/Barbe/1295-Personal-Best.html

Auch ich fische eher "weich". Leider kenne ich die Verhältnisse in der Aller überhaupt nicht, aber da der Rhein am Niederrhein eine sehr harte Strömung aufweist, muss ich häufig auch mit Körbchen deutlich >100g arbeiten. Das ist nicht immer witzig. Das hohe Schiffsaufkommen sorgt für den Rest.
Erfahrene Rheinangler rieten mit auf Geflochtene mit monofiler Schlagschnur zu wechseln, da der deutlich geringere Durchmesser im Strom weniger Druck auf die Schnur und letztlich die ganze Montage ausübt. Somit könnten letztlich leichtere Feeder (ggf. 60-70g) verwendet werden, was die ganze Montage deutlich sensibler hinsichtlich Bisserkennung, Drilleigenschaften etc. machen soll. Klingt per se einleuchtend. Bei den großen Wurfdistanzen im Rhein, ist eine Monofile mitunter zu "indirekt" vom Gefühl her. Geflochtene wird nächste Saison realisiert. Da ich weiche Feederruten benutze, sehe ich kein Problem, dass die Fische ausschlitzen könnten.

Ich angele eig. ausschließlich mit dem open end Feeder in einer Schlaufenmontage. Haken meist ohne Wirbel durch Schlaufe am Ende der Hautschnur durchgeschleift. Also nicht Exotisches.

Futter an einer Stelle konzentriert anbieten zu wollen, halte ich persönlich für Wunschdenken. Nicht bei DER Strömung. Lasse mich gerne aber eines Besseren belehren. Wie gesagt, ich kenne die Verhältnisse an der Aller nicht.

Habe ebenfalls schon mehrfach eine zweite Rute ohne Feeder in der vermuteten Futterspur der ersten ausgelegt. Die Erfolge haben sich zwar teilweise eingestellt, aber mir fehlt letztlich der objektive Vergleich. So viel Zeit kann ich leider nicht am Wasser verbringen...

Hoffentlich hilft das etwas, wenn auch nur dadurch, dass Du mit Deinen Erfahrungen nicht allein bist.
A float tip is pleasing in it's appearence and even more pleasing in it's dissapearence!
[H.T. Sheringham]

Aw: Frust.... 11 Okt 2011 12:56 #1343

  • André
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Aw. Steffischorsch
Erst mal vielen Dank für die schnellen antworten.

Der Gedanke hat definitiv etwas für sich. Sauber und präzise in einer Futterspur zu driften. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, dass ich auch oftmals die Barben genau dann gefangen habe, wenn mein Futterkorb oder das Blei noch auf dem Weg war und sich noch nicht festgesetzt hatte.
Der Köder bewegt werden, oder in Bewegung sein. Da ich dann doch lieber auf den Korb, als auf die Pose zurückgreife, werde ich mit ein paar Futterkörbe so frisieren, dass die in 5g Intervallen beschwert werden können, um so eine perfekte Laufgeschwindigkeit zu erreichen.
So etwas ähnliches habe ich an der Weser unterhalb einer Staustufe schon machen können. Leider brachte das den Tag nur Döbel und Alander. Groß scheinen die Bestände hier eh nicht zu sein und meistens habe ich nur Nachts glück. Ein Stück die Weser hoch, Richtung Nienburg, Vlotho, sollen wesentlich mehr Barben zu finden sein.
Vielen Dank für den Einblick in die Fressgewohnheiten. Wenn ich das richtig verstehe, soll ein Köder treiben, um von den Barben besser wahrgenommen zu werden. Den selben Effekt müsste ich doch erreichen können, wenn ich den Hakenköder in eine Stinkbombe verwandle. Beispielsweise die Maden mit aufgelöstem Leberprotein impfe. Es wäre interessant zu sehen, was Barben mit einem Grundköder machen, wenn sie um diesen herum gründeln. Und dann den Versuch mit eben so einem frisierten Köder zu machen.
Schön, das schafft alles neue Gedankenansätze und Testmöglichkeiten.
Steffischorsch, wenn du mal wieder an der Weser landen solltest, würde ich mir das mit der Kopfrute wirklich gerne mal anschauen.

Aw: Frust.... 11 Okt 2011 13:56 #1344

  • André
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Aw. Badass
Es wundert mich sehr, dass so viele vermeintlich gute Methoden wie Festbleimontagen so oft versagen können. So etwas war ich vor meinem Umzug in die harte Strömung nicht gewohnt. Was am Haar hing, hing einfach. Ob Karpfen oder Schleien, ich habe sehr selten Aussteiger gehabt.
In der Aller brauche ich je nach Strömung zwischen 70 und 150gr Körbe. Ich muss gestehen, dass ich aus der Weser geflohen bin, weil ich es leid war, so immense Futtermengen einbringen zu müssen, um ordentlich etwas zu fangen. Außerdem dachte ich: Der Fluss ist kleiner (40m breit) und somit sollten die Barben leichter zu finden sein. Leider gestaltet sich das als genau so schwierig, wie in der Weser. Für mich stellt sich immer noch die Frage nach den Auswahlkriterien für gute Stellen. Wie sind eure Erfahrungen bezüglich der Strömung. Vor allem bei den stark verwirbelten stellen? Auf den Ersten Blick erscheinen mir diese Bereiche oftmals als perfekt. Nur leider bringen sie nicht so viel Fisch.
Als Montage nutze ich meistens eine einfache Montage wie zum befestigen eines Grundbleis. Ich überlege gerade, ob es lohnen würde den Selbsthakeffekt zu verbessern, indem ich 10cm hinter das Blei oder den Korb einen kleinen Stopper knote. Die Schlaufenmotage finde ich nicht so schön, da es auf dauer doch sehr zum verdrallen des Vorfachs beiträgt. Ich habe dieses Jahr damit begonnen, Blockendfeeder zu benutzen. Notorisch faul, wie ich bin, klebe ich diese noch sehr stark mit Klebeband zu, so dass die sehr langsam Futter abgeben. Selbst Hanfkörner waschen perfekt aus diesen Körben heraus.

Ich habe viel mit Futterballen experimentiert. Wenn man stark bindendes Futter aus Industriepaniermehl, Fischmehl, Blutmehl, mit extrem viel Kies, Hanf und gekochtem Taubenfutter herstellt, bleiben diese wunderbar liegen und lösen sich sehr langsam auf.
Den Versuch haben wir mit 6 Ruten zu dritt gemacht. An jeder Rute nur ein Blei und Maden. Dann eine Stelle in 3m Tiefe gefüttert und die Ruten ab der vermuteten Aufschlagstelle der Futterballen im Abstand von etwa 1,5 Metern parallel gefischt. Es brachten mit Regelmäßigkeit nur die ersten drei Ruten Fisch. Dann wurde es definitiv schlechter und die Bisse spärlicher. Gemessen an dieser spezifischen Stelle treibt das Futter also etwa 4-6 Meter und das war es dann. Natürlich werden sich immer wieder Partikel vom Grund lösen, aber das Groß wird liegen bleiben. Denke ich.
Ach ja, es waren 110g Grippableie notwendig, um diese zu verankern. Dieser test stammt allerdings noch aus der Weser.
Die Idee mit den geflochtenen Schnüren hatte ich auch schon. Die Bisanzeige ist sicherlich besser. Nur hätte ich angst, noch mehr Fische zu verlieren. Vielleicht wäre es dann gut, die Schockabsorber aus dem Karpfenbereich als Schlagschnüre zu verwenden. Und wenn man sich damit die Fischerei und vor allem die Kurbelei vereinfachen kann, ist das sicher einen Versuch wert.
Die Zweite Rute ist vor allem für meine Psyche gut. Sie kostet mich nichts, als ein bisschen mehr schlepperei und ich habe die Möglichkeit einen anderen Köder kontinuierlich zu fischen. Sei es ein Stück Käse oder Pellets. Wenn sich etwas darauf tut ist es schön, wenn nicht, ist es auch egal. Mehr Fische fange ich damit bestimmt nicht, aber es macht ein gutes Gefühl, wenn man alles, wirklich alles versuchen kann. Wenn ich jetzt zu dem Beitrag von Steffischorsch zurück komme, und es auf bewegte Köder hinauslaufen sollte, ist die zweite Rute eh bald hinfällig, weil ich dann den ganzen Platz im Buhnenfeld für eine Rute brauchen werde.
OK, vielen Dank noch mal. Es ist schön, dass es mir nicht alleine so geht.
Fragen bleiben aber trotzdem:
Warum nur, oder fast nur nachts?
Welche Bereiche lohnen sich?
Warum hat man so viele Aussteiger?
Großer oder kleiner Futterplatz?
Worüber wir noch gar nicht gesprochen haben:
Futtermengen und Zusammensetzung?
Vorfüttern?
Was tun bei ständig stumpfen Haken?

Schaun wir mal?. So ganz erschöpft scheint mein Katalog noch nicht ganz erschöpft.

Aw: Frust.... 11 Okt 2011 21:24 #1346

  • Sixpack
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Hallo Andre,

Nun, Barben haben die Eigenschaft sehr große Wege zurückzulegen und wenig standorttreu zu sein -oft mehrere Km/Tag. Oft hat man 30 Minuten lang Bisse, dann oft wieder 3 Stunden Flaute....die einzige Methode die ich kenne Futter zuverlässig am Platz zu halten sind mit Käse überbackene Steine einzubringen, bzw. Kürbiskernplatten anheizen, Käse darauf, und danach halbe Boilies oder Pelletstücke in den weichen Käse drücken.
Die ideale Stelle lässt sich pauschal sicher nicht festlegen, da dies immer mit dem Wasserstand, der Temperatur sowie der Jahreszeit zusammenhängt. Im Frühjahr bis ca. Juli fange ich am besten über eher seichtem Schottergrund, ab September sind nach meiner Erfahrung tiefere Stellen besser. Die besten Erfahrungen hatte ich übrigens auf möglichst verwirbelungsfreien Stellen mit gleichmäßiger Strömung.
Bzgl. Aussteiger: die hatte wohl schon jeder.....ich fische auch an der Feeder nur noch mit Freilauf und Waller-Tripod, allerdings nur mit Mono -kann mir nicht vorstellen, dass eine geflochtene Schnur dem Ausschlitzen vorbeugt - eher im Gegenteil...die Fische haken sich durch den Strömungsdruck auf dem Schnursack ohnehin von selbst - ich würde eher die Montage modifizieren....also zB Haarmethoden mit Karpfenhaken benutzen, evt. auch mit der Vorfachlänge experimentieren.
Bzgl. Tageszeit konnte ich noch nie eine eindeutige Priorität bei den Barben feststellen....habe sowohl nachts als auch bei schlimmster Mittagshitze im Sommer schon gut gefangen.

Greets aus Wien

Erich

Aw: Frust.... 11 Okt 2011 23:32 #1349

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Hallo André.

Bezüglich der Schlaufenmontage existiert wohl ein Missverständnis. Bei der von mir verwendeten Variante habe ich keine Probleme mit Verdrallung und viel weniger Hänger als z.B. mit Anti-Tangle-Booms.

Natürlich ist das kein Mittel gegen Aussteiger oder die berüchtigten Brutal-Bisse, die letztlich völlig in Leere gehen.

Ich gehe auch meist erst spät abends, bei beginnender Dämmerung an den Rhein. Der Grund dafür sind aber die Kessler-Grundeln, die einen abends und in harter Strömung in Ruhe zu lassen scheinen. Ich habe in früheren Jahren allerdings auch schon mittags Barben gefangen.

Was die Beobachtung der Fische angeht, so muss ich gestehen, dass ich da sehr dilettantisch bin. Im Rhein sehe ich einfach keinen Sinn den Fisch zu suchen. Um ehrlich zu sein, ich habe dort höchst selten einen Fisch im Wasser erblickt, der nicht gerade an meinem Haken hing. Vielleicht muss ich da noch dran arbeiten. Bin für Tipps zur richtigen Herangehensweise absolut offen.

Ansonsten stelle ich gerade fest, dass das hier eine lebendige Diskussion ergibt! Freut mich! Bin, speziell was große Ströme betrifft, noch relativ unbeleckt. Und scheinbar auch zu wenig experimentierfreudig. Kann hierdurch von anderen nur lernen. Das finde ich klasse. Zumal hier Arroganz keinen Platz zu haben scheint.
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[H.T. Sheringham]
Letzte Änderung: 20 Aug 2014 16:10 von Wolfgang. Begründung: Urheberrecht

Aw: Frust.... 12 Okt 2011 00:07 #1350

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Hallo an die Barbenrunde,
da ich gerade vom Barbenfischen heim gekommen bin, kann ich gleich mal meinen Senf dazu geben.
Ich wundere mich, dass Ihr des öfteren Aussteiger habt. Das hielt ich eigentlich immer für unmöglich bei dem zähen Maul. Welche Hakengrößen fischt Ihr? Ich bin bei 4(Mais) bis 2(Frühfleisch).
Zur Strömung: wir haben in unserer Donaustrecke alles, vom flachen Rieselfeld bis zum Stillwasser. Alles was nicht gerade in diese zwei Bereiche fällt, bringt Barben. Außenkurven und zügig stömenden Rinnen, sowie Strömungskanten bringen aber immer mehr Fisch als monotone Abschnitte.
Warum immer anfüttern? Hatte heute ohne einen Krümel einzubringen mit meinem Kumpel ca 10-12 Fische in 2 Stunden.
Bekommt man nach 20min (eigentlich würden auch 10min reichen) keinen Biss, ist Stellenwechsel angesagt. Alternativ kann man natürlich an gleicher Stelle auf ankommende Fische warten...

Gruß

Aw: Frust.... 12 Okt 2011 13:02 #1353

  • André
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Moin alle zusammen.
Ich versuche das aufkommende Chaos hier mal ein bisschen zu sammeln.
Die Runde scheint sich in zwei Fraktionen aufzuspalten. Einmal Diejenigen, die aktiv nach den Barben suchen und diese dann mit bewegten Ködern befischen. Und die etwas fauleren Vertreter (zu denen ich mich auch zähle) die lieber auf ihrem Hintern in einer gut präparierten Futterspur ihr Glück versuchen. Schade, dass wir nicht alle in einem Gewässer fischen. Dann hätte man wenigstens direkte Vergleichsmöglichkeiten.
Ich hoffe, dass ich noch allen gerecht werden kann, wenn ich versuche, so viel wie möglich zu beantworten.
Sixpack: Damit ist mir für die Jahreszeiten schon ein bisschen geholfen. Die tiefen Buhnenfelder haben mir im Frühjahr und im Sommer auch keine Erfolge eingebracht. Effektiver war es da dann in mäßig tiefem Wasser. Weshalb ich so auf potentielle Stellen poche ist folgendes: Ich befinde mich geographisch ja in der Brassenregion und direkt in Bremen wird man nie eine Barbe fangen. Da ist die Weser nur noch sandig und schlammig. Aber wenn ich ein Stück flussaufwärts Fahre, komme ich in Bereiche, in denen manchmal welche gefangen werden. Ich denke, die Bestände sind zumindest in meinen Breiten verdammt dünn und darum muss ich zusehen, wie ich das Beste aus den Angeltagen herauskitzeln kann. Dünn sind die Bestände, weil die Weser bis etwa 1995 so salzig war, dass man hier Garnelen aus der Nordsee gefunden hat. Seit die DDR zusammengebrochen ist, ist auch das Salz weg und die Bestände wachsen langsam. Sehr langsam. Nicht nur bei den Barben. Der gesamte Fischbestand ändert sich. Früher habe ich hier nie Nasen oder Rapfen gefangen und auch die werden immer häufiger. Wir können uns nicht mal erklären, wo die Barben auf einmal herkommen. Die Vermutung liegt nahe, dass die aus der Aller langsam einwandern. Ich weis wohl, dass die Karpfenangler in Aller und Weser manchmal wirklich gute Barbenstrecken nach längerem Vorfüttern haben, aber genau das ist eben nicht mehr mein Ziel. Ich möchte das nicht ständig in solche Futterschlachten ausarten lassen. Wie manche Beiträge es hier ja auch zeigen, scheint es auch ohne zu gehen.
Leider scheint es hier so zu sein, dass 95% aller Weisfische des nächtigens unterwegs sind. Fast alle Barben bekam ich nachts oder spät Abends.
Entweder bin ich unfähig, die Fische tagsüber zu finden, oder ich muss hier wirklich immer auf die wirklich aktiven fischen, die eh gerade fressen.
Ich werde den nächsten Samstag nutzen, um mir eine verwirbelungsfreie, tiefe Stelle für den restlichen Herbst zu suchen. Das stelle ich mir recht kompliziert vor, weil die tiefsten Ecken immer hinter den Buhnenköpfen liegen und dort sind die Wirbel ja bekanntlich recht stark.
Die Idee mit dem Füttern via Kürbiskernplatten klingt vielversprechend. Ich denke auch schon über den guten alten Kartoffelsack mit Backstein darin nach. So eine Handballgroße Kogel mit der konsistenz von Boilieteig sollte auch eine schöne Futterspur ergeben.

Badass: Ja, so hatte ich mir das auch vorgestellt. Wenn du zwischen Hauptschnur und Vorfach einen Wirbel benutzt, dann stimme ich dir zu, dass das eine tolle Montage ist. Nur ohne Wirbel habe ich immer das Gefühl, als würde das Vorfach über kurz oder lang beim einkurbeln verdrallen.
Wie gut, dass wir diese Grundeln hier noch nicht haben. Dafür kenne ich jetzt viele Topstellen für Gründlinge. Hätte nie gedacht, dass die Nachts so aktiv sein können und sich recht große Köder hineinzwängen. Nein, sehen tue ich weder in der Aller noch in der Weser Fische. Doch, Karpfen sieht man schon ab und zu, wenn die auf dem Futter stehen.
Das beobachten und suchen geht dann eben doch wieder nur über die Stellen.

Trotter: Hmm, ich denke, gemessen an den Hakengrößen fallen meine wirklich klein aus.
Meistens nutze ich nen 10er Haken für Maden. An einer Haarmontage kommt es immer auf den Köder an. Ich finde das gerade recht spannend: Kann ich mir, bei Frühstücksfleisch beispielsweise, Das Haar komplett sparen? Wie verpenne ich dann die Bisse nicht? Muss ich dem Fisch dann Zeit und Schnur geben um den Köder vernünftig aufzunehmen?
Wenn ihr eine Stelle beharkt, wie geht ihr dann vor? Lasst ihr den Köder dann über diese Stelle treiben? Oder wird der am Grund fixiert? Da sind wir dann wieder an der Stelle, was besser ist, Pose, oder Rollblei.
Wenn dem so sein sollte, wie lange in den Herbst hinein kann ich noch beweglich fischen? Wo sind die Temperaturgrenzen nach unten? Ködergröße?
Ok, es wird oft empfohlen, bei klarem, flachen Wasser kleine, bei trübem große Köder. Aber lässt sich das so umsetzen?

Leute, ich bin echt schwer begeister von den Ideen und Vorschlägen.

Aw: Frust.... 12 Okt 2011 13:33 #1354

  • nasobem
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Ich fische auf Barben in einem kleinen Fluss. Der Vorteil ist, daß die Barben in den etwas tieferen Züge in den Außenkurven stehen. Andere Stellen mit entsprechender Strömung sind zu flach - da findet man Nasen, tiefere Stellen an geraden Abschnitten haben wenig Strömung - da habe ich bislang keine Barben erwischt.
Die Vorliebe der Barben für bestimmte Stellen ermöglicht es mir, zu fischen ohne vorzufüttern. Haken mit Köder an und etwas Schrotblei auf der Schnur reichen. Die Schnur zwischen den Fingern kann ich die Montage über Grund rumpeln spüren.
Das Ganze im Stil des "wet fly swing", also quer zur Strömung geworfen und dann herumtreiben lassen.
Sieht dann so aus:
http://youtu.be/ZLTU8VDqWOI
Aussteiger habe ich ab und an. Da das Gewässer nicht sonderlich tief ist und die Fische recht bald sichtbar sind, konnte ich feststellen, daß die ausgestiegenen Fische nicht im Maul, sondern im Schnauzenbereich von außen gehakt waren.
Squameus herbosas capito interlucet arenas (Ausonius)
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