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THEMA: Nahkampf im Gehölz

Nahkampf im Gehölz 29 Mär 2011 23:37 #1068

Hallo,

erstmal möchte ich sagen, dass ich im Bereich Karpfen ein fast noch unbeschriebens Blatt bin, ausgenommen sind da lediglich ein paar Fänge mit Match- Feeder- und Kopfrute auf kleinere Exemplare dieser Art.

In diesem Jahr möchte ich da etwas gezielter vorgehen.

In einem Gewässer, das ich nun befischen kann, habe ich nun schon mehrfach Karpfen gesehen. Da stehen immer mehrere schöne Exemplare (ich schätze sie auf ca. 7 Kilo, kann mich aber auch irren) im Unterholz. In dem Fall ist es ein versunkener Baum. Auch in der näheren Umgebung ist viel totholz im Wasser. Das Gewässer ist eine Art Verbindungsgraben zwischen zwei kleineren Seen. Der Graben ist etwa 10 Meter breit und 1,50m tief. Direktes Anfüttern scheint etwas schwierig, da es auch viele Enten und Haubentauscher gibt, die an Fütterungen durch Menschenhand gewöhnt sind.

Unheimlich gerne würde ich diese Fische auf Sicht befischen. Am liebsten mit der Pose oder an der Oberfläche. Dass ich dabei nicht zimperlich zugehen kann und evtl. ins Wasser muss, ist eikalkuliert, aber ich möchte dabei eigentlich kein zu großes Risiko auf einen Abriss in Kauf nehmen, sodass ich nicht direkt vor dem versunkenen Baum fischen mnöchte.

Meine Frage an euch: Wie würdet ihr in diesem Fall vorgehen? Wie viel Abstand würdet ihr vor solchen Hindernissen halten? Welches Gerät und welche Schnurstärke würdet ihr verwenden?

Vielen Dank und schönen Gruß
Georg

Aw: Nahkampf im Gehölz 30 Mär 2011 19:29 #1070

  • Wolfgang
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  • Beiträge: 1366
Hi!

Also in dem Fall würde ich eine freie Futterstelle suchen, die in etwa 5 m von dem Baum entfernt liegt. Dort würde ich einige Tage bei idealem Wetter (bewölkt mit Wind auf das Ufer) füttern, mit Futter, das eine ähnliche Farbe hatt wie der Grund, wenn es dort Vögel gibt, die das gerne haben und tauchen können. Haubentaucher machen übrigens nur Jagd auf Fische. Ist der Grund dunkel, sind z.B. Hanf und Pellets ideal.

Wenn sich die Fische in dem Gebiet aufhalten, dann werden sie auf das Futter aufmerksam. Sollten sie tagsüber nicht fressen, dann sicher nachts.

Wenn Du vor Hindernissen fischst ist "Hit and Hold" angesagt, also sofort angschlagen, Bremse dicht und zu 100% gegenhalten. Wenn du Pech hast hakt er aus. Geht er aber ins Holz, hast Du sowieso verloren. Mindestens 30er Schnur, 4er Haken und eine starke Rute sind ein Muss. Wenn du auf Grund fischst, z.B. mit Festblei, dann würde ich auch starke Schlagschnur vorschalten, für den Fall, dass er doch ins Holz geht. Safety Inline Montagen (oder gar Laufblei bei strammer Schnur), die das Blei im Fall der Fälle freigeben, sind wichtig.

Viel Glück!

Gruß

Wolfgang

Aw: Nahkampf im Gehölz 30 Mär 2011 23:57 #1071

  • Stefan
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  • Fleißiger Boarder
  • Beiträge: 129
Hi,
hast Du die Karpfen schon mal beim Fressen beobachtet, vielleicht gibt es Stellen abseits von Hindernissen, an denen die Fische nach Nahrung suchen. Dort würde ich es zuerst probieren. Wenn das nicht der Fall ist, fische ich auch in unmittelbarer Nähe zum Hindernis. Dabei versuche ich mich so zu positionieren, daß ich das Geäst nach Möglichkeit im Rücken habe. Habe ich einen Fisch gehakt, übe ich sofort sehr starken Druck aus, ich zerre ihn also in Richtung Hindernis bzw. Kescher. Läßt sich der Karpfen nicht überrumpeln, flüchtet er oft genau entgegengesetzt in das offene Wasser. Schwimmt er doch in das Geäst hinein, tauche ich die Rutenspitze tief in das Wasser in der Hoffnung, daß der Karpfen auf gleichem Wege wieder rauskommt. Setzt er sich dort fest, hilft es nur noch selber ins Wasser zu gehen.
Ich gehe so vor, daß ich unmittelbar vor dem Angeln drei bis vier kleine Futterstellen anlege, d.h. ein bis zwei Hände voll Futter pro Stelle. Diese fische ich dann nacheinander ab. Bemerke ich Fische auf dem Futter ohne einen Biss zu bekommen, warte ich ab bis sie weiterziehen. Erst dann füttere ich ein wenig nach. Ich habe schon oft beobachtet, daß die Karpfen in regelmäßigen Intervallen nur kurz auf der Futterstelle verweilen um einige wenige Partikel aufzunehmen und dann weiterziehen.
Bei mir kommen zwei Methoden zum Einsatz, das Laying on mit der Pose und das Touch Ledgering mit dem leichten Laufblei. Als Pose dient mir ein einfacher Peacock Waggler, der mit nur einem Posengummi am unteren Ende auf der Schnur fixiert wird. Das finde ich sehr wichtig, da sich die Pose im Drill leicht in Unterwasserhindernissen verfängt und ich diese so leicht freibekomme. Die Pose wird mit ein bis zwei SSG Shots am Grund verankert, ist mehr Gewicht erforderlich, nehme ich ein entsprechendes Birnenblei. Beim Touch Ledgering kommt eine leichte Laufbleimontage zum Einsatz. Ich verzichte bewußt auf Festbleimontagen oder besser gesagt Fluchtmontagen, da ich damit den Biss oft erst dann bemerke, wenn sich der Fisch schon ein Stück weit entfernt hat. Das ist es ja, was ich mit dem Bolt-Rig erzielen möchte, der Fisch nimmt den Köder auf, spürt den großen Widerstand des schweren Bleis, hakt sich und flüchtet. In unmittelbarer Nähe zum Hindernis bleibt mir vielleicht keine Zeit mehr zu reagieren und der Fisch sitzt fest. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß er sofort in den Unterstand hineinflüchtet. Dagegen spüre ich mit der leichten Laufbleimontage schon kleine Zupfer, kann früher anschlagen und sofort versuchen, den Fisch in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Als Gerät kann ich Glasruten empfehlen, da sie einerseits nahezu unverwüstlich sind und außerdem so weich, daß die Gefahr des Ausschlitzens minimiert wird. Als Rolle werde ich nach den super Erfahrungen des letzten Jahres bei dieser Angelart nur noch auf die Centrepin zurückgreifen, da ich, wenn es im Nahkampf zu einer Kratfprobe kommt, kontrolliert Zentimeter für Zentimeter Schnur geben kann.

Grüße

Stefan

Aw: Nahkampf im Gehölz 31 Mär 2011 00:39 #1072

  • Stefan
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  • Beiträge: 129
Noch ein kleiner Nachtrag zu dem Thema:

www.youtube.com/watch?v=ktXlLJR5joA&feature=related

Sehr beeindruckend.

Aw: Nahkampf im Gehölz 31 Mär 2011 22:45 #1073

  • Wolfgang
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  • Beiträge: 1366
@ Stefan: Eine interessante Strategie! Letztendlich hängt es stark vom Verhalten der Fische ab, wie man sie in so einem Fall an den Haken bekommt. Es kann auch ein halbes Brötchen an der Oberfläche super funktionieren (wenn die Enten nicht da sind...).

Deshalb ist die gemeinsame Kernaussage von uns beiden wohl: Alles tun, damit der Fisch sich nicht festsetzt oder abreißt! Und sollte es passieren, dann darf er nicht mit einem Blei umherschwimmen müssen. Also volle Konzentration und gute Nerven!

Aw: Nahkampf im Gehölz 31 Mär 2011 23:16 #1074

  • Stefan
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  • Beiträge: 129
Richtig Wolfgang, so war das gemeint. Deshalb würde ich nie an Stellen angeln, die umzingelt von Hindernissen sind. Da könnten die Fische noch so groß sein.

Aw: Nahkampf im Gehölz 01 Apr 2011 17:06 #1075

Hallo,

Danke schonmal für die Tipps. Wenn ich dann mal einen Versuch starte, werde ich berichten.

Georg
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