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Mit Centrepin und Köderfisch: Bootsangeln auf Raubfische

In den meisten Fällen wird die Centrepin zum Angeln auf Friedfische eingesetzt. Sie eignet sich jedoch auch hervorragend zum Raubfischangeln mit Köderfisch, insbesondere vom Boot. Man kann sogar fast sagen, dass sie dort in puncto Handhabung, Zuverlässigkeit und Spaß kaum zu übertreffen ist.


Weite Würfe überflüssig
Beim Bootsangeln auf Raubfische mit dem Köderfisch ist eines nicht nötig: Weites Werfen. Die Standplätze der Fische können nämlich direkt angefahren werden. Hier lohnt es sich deshalb über den Einsatz der Centrepin nachzudenken. Wer den Drill eines Döbels mit der Pin schon spannend findet, der wird an einem großen Hecht oder Zander seine Freude haben!

Die Centrepin eignet sich hervorragend zum Naturköderangeln auf Raubfische, insbesondere vom Boot. (Fotos: W. Kalweit, C. Chmielewski)Die Centrepin eignet sich hervorragend zum Naturköderangeln auf Raubfische, insbesondere vom Boot. (Fotos: W. Kalweit, C. Chmielewski)

Schon das reine Angeln macht mit der Centrepin enorm viel Spaß. Wird man dann auch noch mit solchen schönen Fischen belohnt, dann ist das kaum noch zu überbieten.Schon das reine Angeln macht mit der Centrepin enorm viel Spaß. Wird man dann auch noch mit solchen schönen Fischen belohnt, dann ist das kaum noch zu überbieten.

Viel Spaß und kaum Nachteile
Auf den großen Spaß, den man beim Angeln mit der Centrepin hat (insbesondere bei den Drills) möchte ich hier nicht weiter eingehen, auch wenn das natürlich einer der wichtigsten Gründe ist diesen Rollentyp einzusetzen. Beim Bootsangeln auf Raubfische mit dem Köderfisch erweist sich die Centrepin nahezu als ideal, da die Features einer Stationärrolle oder einer Multirolle eigentlich überflüssig sind. Während man beim Trolling den Köderfisch meist sowieso neben dem Boot absetzt, so sind auch beim stationären Bootsangeln selten Würfe nötig, die über 25m hinausgehen. Solche Distanzen sind mit etwas Übung auch mit der Pin problemlos zu bewältigen.

Die ideale Centrepin für Hecht & Co.
Die ideale Pin zum Raubfischangeln vom Boot liegt bei einem Durchmesser von 4 bis 5 Zoll. Zwar gehen auch kleinere Pins, doch die sehen auf einer schweren Hechtrute etwas deplatziert aus. Unabhängig von solchen Stilfragen ist das Einholen mit einer großen Centrepin wesentlich angenehmer und schneller. Die Spule der Pin sollte auch nicht zu schmal sein, da es häufiger vorkommt, dass die Schnur schlapp von der Rolle hängt. Bei Wind kann es bei schmalen Modellen dann schneller passieren, dass die Schnur sich um die Rolle wickelt (verhindern könnte man dies, indem man die Schnur in einen Runclip einklemmt). Wide Drum Modelle sind hier also die bessere Wahl. Das wichtigste Feature, das eine Centrepin beim Bootsangeln haben muss, ist ein Klicker (Ratsche), da die Rute ja abgelegt wird. Reine Trotting-Pins, die keinen Klicker haben (z.B. Adcock Stanton), sind deshalb unbrauchbar. Beim Trolling st es zudem wichtig, dass der Klicker möglichst stark ist, da durch schwere Köder und große Posen ordentlich Zug auf die Schnur kommt. Ist der Klicker zu schwach, ist dies jedoch auch kein Problem. Dann kann man die Schnur noch zusätzlich in einen Runclip einklemmen. Einen besonderen Bonus erhält man durch den starken Klicker noch zusätzlich: Auf Bisse (oder Hänger...) wird man unweigerlich durch ein lautes „Schreien“ der Rolle aufmerksam.

Große Centrepins passen am besten zur schweren Angelei auf Raubfische. Zu sehen: Kingpin Regal und Fred Crouch Centrepin.Große Centrepins passen am besten zur schweren Angelei auf Raubfische. Zu sehen: Kingpin Regal und Fred Crouch Centrepin.

Besonders gefallen zum Raubfischangeln hat mir die Fred Crouch Centrepin in breiter Ausführung (wide drum). Praktisch ist die regulierbare Hemmung, da schwere Köder langsam fliegen und mit eingestellter Hemmung ein Überlaufen der Spule verhindert werden kann. Umständlich ist nur der Drehschalter des Klickers.Besonders gefallen zum Raubfischangeln hat mir die Fred Crouch Centrepin in breiter Ausführung (wide drum). Praktisch ist die regulierbare Hemmung, da schwere Köder langsam fliegen und mit eingestellter Hemmung ein Überlaufen der Spule verhindert werden kann. Umständlich ist nur der Drehschalter des Klickers.

Weiche Schnüre – besonders im Winter
Großes Augenmerk muss auf die verwendete Schnur gelegt werden. Da insbesondere beim Angeln auf Hecht größere Schnurdurchmesser zum Einsatz kommen, fällt die Steifheit der Schnur besonders ins Gewicht. Gerade im Winter werden steife Schnüre zu Wäscheleinen und beginnen sich stark zu kringeln. Solche Schnüre haben dann eine solche Sprungkraft, dass sie sich quasi selbst von der Centrepin wickeln, was bei Seitenwind noch dramatischer wird. Je softer, umso besser, lautet hier also die Devise. Besonders zu empfehlen sind z.B. die recht soften Schnüre Berkley Trilene und FOX Warrior XT.

Easy Werfen: Der Spinning Side Cast
Als besonders praktikabel zum Werfen großer Köder hat sich für mich der Spinning Side Cast herausgestellt. Dieser lässt sich hervorragend im Sitzen bewerkstelligen und Wurfweiten bis 30 Meter sind kein Problem. Wenn man sich konzentriert sind auch präzise Würfe möglich. Der Spinning Side Cast ist zudem wesentlich „unkritischer“ als der Wallis Cast, d.h. dadurch, dass die Schnur über die Seite von der Rolle läuft, sind Verwicklungen quasi ausgeschlossen. Dieser Wurfstil hat jedoch einen Nachteil: Nach einigen Würfen beginnt sich die Schnur zu verdrallen. Wirkliche Beeinträchtigungen durch Drall hat man aber erst nach zig Würfen zu befürchten, weshalb zwei, drei Angeltage mit einer Schnurfüllung kein Problem sind. Dies nehme ich gerne für sichere Würfe in Kauf, zumal der Wechsel der geringen Schnurfüllung von nur ca. 70 m kein nennenswerter Kostenfaktor ist.

Spinning Side Cast vom Boot: Von der rechten Seite Schwung holen, Spule mit dem Daumen fixieren, mit dem Daumen der linken Hand Schnur nach hinten abgreifen...Spinning Side Cast vom Boot: Von der rechten Seite Schwung holen, Spule mit dem Daumen fixieren, mit dem Daumen der linken Hand Schnur nach hinten abgreifen...

...auswerfen und an dem Punkt, an dem der Köder am schwersten ist Daumen von der Spule nehmen und gleichzeitig mit der linken Hand durch einen Ruck and der Schnur die Spule in Rotation versetzen....auswerfen und an dem Punkt, an dem der Köder am schwersten ist Daumen von der Spule nehmen und gleichzeitig mit der linken Hand durch einen Ruck and der Schnur die Spule in Rotation versetzen.

Nun fliegt der Köder und die Spule dreht sich. Die Schnur befindet sich weiterhin zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Diese wird links neben der Spule gehalten, sodass die Schnur problemlos von der Spule gleiten kann. Die Rotation der Spule ist hier nur nötig, da diese dem Drall entgegenwirkt, der durch das seitliche abziehen der Schnur entsteht.Nun fliegt der Köder und die Spule dreht sich. Die Schnur befindet sich weiterhin zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Diese wird links neben der Spule gehalten, sodass die Schnur problemlos von der Spule gleiten kann. Die Rotation der Spule ist hier nur nötig, da diese dem Drall entgegenwirkt, der durch das seitliche abziehen der Schnur entsteht.

Beim Angeln mit der Centrepin freut man sich auch über kleinere Fische.Beim Angeln mit der Centrepin freut man sich auch über kleinere Fische.

Von ratlosen Blicken bis zur Begeisterung
Die Centrepin ist für das Bootangeln auf Raubfische mit Köderfisch wirklich ideal und ihre Nachteile gegenüber einer Stationärrolle fallen kaum ins Gewicht. Neben dem Spaß an der Rolle und den Drills ist man auch definitiv ein Exot am Wasser. Wer mit zwei Pins im Bootsrutenhalter an  anderen Anglern vorbeifährt erntet ratlose Blicke. Erklärt man, was den Reiz der Centrepin ausmacht, folgt meist sofort Begeisterung und die Frage, wo man eine herbekommen kann. Ich bin bin mir sicher, dass die Centrepin in Zukunft häufiger beim Raubfischangeln gesichtet wird, nicht nur beim Angeln mit Naturködern...

Von Wolfgang Kalweit


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