In den Bergen kann man nicht nur wandern, sondern auch prächtige Bachforellen fangen! Wer Lust auf ein kleines Abenteuer hat, der darf sich gerne von diesem Artikel verführen lassen...
Angeln in atemberaubender Kulisse.
Manchmal macht nicht der gefangene Fisch einen Angeltag unvergesslich, sondern die Kulisse in der er gefangen wurde. Stelle dir vor du stehst in einer tiefen Schlucht, eingeschlossen von baumhohen, senkrecht emporsteigenden Felswänden. Der Weg dorthin war beschwerlich. Die kühle Morgenluft ist schwer, gesättigt mit dem Geruch von morschem Holz und nassem Laub. An deinen Stiefeln teilt sich ein kleiner Gebirgsbach, der erst vor wenigen Minuten das Erdreich verlassen hat.
Einige Meter oberhalb befindet sich ein Gumpen, der verglichen mit dem Bächlein enorme Ausmaße besitzt. Fast 2 Meter tief! Du schleichst dich in geduckter Haltung an. Mit der
kurzen Rute wirfst du einen kleinen, leichten Spinner direkt an die
Felswand. Zwei Sekunden absinken lassen und mit einem Ruck in Bewegung
bringen. Der Spinner läuft und – rums! Biss beim ersten Wurf! Es ist,
als wenn der stolze Bewohner dieses Gumpens seit Wochen auf eine
Mahlzeit gewartet hätte. Jetzt gibst du deine Deckung auf und führst
nach kurzem Drill eine 45 cm große Bachforelle über deine
Handfläche. Grandios!
Wer nun seinen Bürostuhl und die Arbeit verteufelt, der sollte sie besuchen, die höheren Gefilde der Mittelgebirge. Auch wenn der Weg zum Angelplatz äußerst beschwerlich ist und etwas körperliche Anstrengung erfordert, so wird er doch mit einem kleinen Abenteuer belohnt. Wie wunderbar unsere Fische doch sind, erfährt man wenn man in solcher Umgebung tatsächlich einen Schuppenträger überlistet. Wie zum Kuckuck schaffen die es bloß bis dorthin?
Das Fischen mit dem Spinner ist natürlich eher eine anglerisch „grobe“
Variante. Wer Meister im Umgang mit der Fliegenrute ist, dem sei
natürlich größerer Respekt beim Fang eines Gumpen-Ungeheuers sicher.
Neben Fliege und Spinner, bevorzugen diejenigen, die der Forelle auch
kulinarische Qualitäten abgewinnen können, die ursprüngliche
Wurmangelei. Letztere ist sicherlich die erfolgreichste Methode.
Das Ur-Tier aus der Felsspalte: 45cm pure Schönheit.
Auch wenn der Autor an dieser Stelle den Genuss nicht trüben möchte, so
muss doch ein kleiner Appell an die Vernunft erfolgen. Auf der Suche
nach Gebrigsforellen entgeht man als unsportlicher Angler bei fast jedem Stiefeltritt einer ernstzunehmenden Sturzverletzung (meistens...). Da Mobiltelefone in den Schluchten nutzlos sind, sollte man nie alleine losziehen oder wenigstens jemanden Bescheid geben wohin es einen verschlägt.
Von Wolfgang Kalweit
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