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Kamera läuft! Angelvideos von filmfisch

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teaser.jpgKostenlose Angelvideos als Beilage für Printmagazine werden zunehmend beliebter. Der bekannte FISCH & FANG Autor Georg Baumann hat sich mit seiner jungen Firma „filmfisch“ darauf spezialisiert diese Nachfrage zu befriedigen. Im Interview spricht er über sein Team, seine Arbeit und versunkenes Kamerazubehör... 


Fragen zum Classy Catchers Interview

CC: Georg, ich danke Dir sehr, dass Du an diesem Classy Catchers Interview teilnimmst!

Georg: Keene Ursache, wa! Bist ja jetzt auch Berliner, da konnte ich ja schlecht Nein sagen.

CC: Viele Leser kennen Dich sicherlich schon aus den zahlreichen Angelartikeln die Du für FISCH & FANG und DER RAUBFISCH geschrieben hast. Du bist aber auch oft auf den beigelegten DVDs zu sehen. Als freier Angeljournalist gehörst Du nämlich zu den wenigen, die nicht nur schreiben, sondern auch professionell Angelfilme drehen. Wie kam es dazu?


Georg: Zum Filmen kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Als ich mein Volontariat bei FISCH & FANG anfing, hatte unser Chefredakteur gerade die Idee, dass wir für unsere Abonnenten eine Film-DVD produzieren sollten. Also bekam jeder einen Camcorder in die Hand gedrückt mit dem Auftrag, schöne Angelfilme zu drehen. Wer den Prozess von Anfang an verfolgt hat, wird sich erinnern, dass die ersten Ergebnisse recht holprig waren. Und das ist noch vorsichtig formuliert. Aber im Laufe der Zeit haben wir uns alle verbessert. Als ich mich nach meinem Volontariat selbstständig gemacht habe, habe ich den Film-Bereich ausgebaut, habe in Ausrüstung investiert, Kurse besucht und schließlich „filmfisch “ gegründet.

 

angelvideo1.jpgImmer dicht dran: Mathias Fuhrmann drillt einen dicken Hecht, Georg hält die Szene mit der Kamera fest.


CC: Wie setzt sich das Team von „filmfisch “ denn heute zusammen?

Georg: Neben meiner Wenigkeit sind noch Krischan Kühner und Benny Dittmann mit von der Partie. Krischan ist hauptsächlich hinter der Kamera tätig, während Benny unser Schneide- und Produktions-Ass ist. Ich mache alles und bin darüber hinaus verstärkt für die Akquise zuständig.

CC: Auf der DVD des „Raubfisch“ bist Du regelmäßig mit der Serie „Die Gastangler“ zu sehen. Erzähle uns doch bitte etwas über das Konzept.

Georg: Bei „Die Gastangler“ steht eine Person im Mittelpunkt. Nämlich unser Gastgeber, der uns sein Gewässer vorstellt. Krischan und ich fahren dafür quer durch die Republik und besuchen Angler, die sich zuvor bei uns beworben haben. Gemeinsam fischen wir einen oder zwei Tage mit seinen Methoden an seinem Gewässer. Daraus machen wir dann eine hoffentlich kurzweilige Reportage.

 

angelvideo2.jpgSolche Fische machen einen Dreh zum Erfolg!


CC: Deine Filme haben ja eine eigene Handschrift, einen eigenen Stil. Versuche uns doch mal zu beschreiben, welches „Bild“ vom Angeln Du Deinen Zuschauern transportieren möchtest. Es geht ja nicht nur um die reine Anleitung zum Fischfang, oder?

Georg (lacht): Nee, weiß Gott nicht. Wer „Die Gastangler“ verfolgt, weiß, dass wir leider nur zu häufig eher schlecht als recht fangen. Aber darum geht’s auch gar nicht. Wenn in unseren Filmen rüberkommt, wie viel Spaß wir am Angeln haben, ist schon viel erreicht. Es soll Unterhaltung sein, die im Idealfall Lust aufs Angeln macht.

CC: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schon sehr mühsam ist lediglich die passenden Fotos für einen Angelartikel zu schießen. Sag' uns doch mal, wie aufwendig es ist eine Folge „Die Gastangler“ zu drehen?

 

georg-zander.jpgGeorg mit Zander: Für einen spezialisierten Hechtangler ein netter Bonus.

Georg: Der eigentliche Drehaufwand hält sich noch halbwegs in Grenzen. Das sind in der Regel zwei Tage, in denen alles im Kasten sein muss. Das Konzept ist ja so angelegt, dass wir theoretisch gar keinen Fisch fangen müssen. Mehr Zeit frisst die ganze Organisation. Da tauchen 1.000 Fragen auf: Wie gehen wir die Sache an? Sind Boote vorhanden? Wer steuert ggf. das Kameraboot? Wo übernachten wir? Wie kommen wir hin? Wie sind die Wetterprognosen usw.? Und danach kommt dann noch der Schnitt, der ebenfalls länger dauert als der eigentliche Dreh. Alles in allem plane ich für einen Gastangler-Beitrag 6-7 Arbeitstage ein.

CC: Gibt es bereits konkrete Pläne für weitere Filmprojekte von denen Du uns berichten kannst?

Georg: Ja, es gibt Pläne. Einerseits stehen wir in Verhandlungen mit Geräte-Herstellern, die Produkt-Videos haben möchten. Das ist allerdings noch nicht spruchreif. Andererseits wird es Mitte nächsten Jahres eine Neuerung bei „Die Gastangler“ geben. Aber das wird erst dann verraten, wenn’s soweit ist.

CC: Stell' Dir vor, Du bist mehrere hundert Kilometer gefahren um ein Video über das Hechtangeln zu drehen. Du hast nur diesen einen Tag. Doch nichts beißt! Wie lautet „Plan B“?

Georg: Gibt’s nicht. Wenn es wirklich ein Erklär-Video sein soll nach dem Motto: „Wie fange ich einen Hecht?“ muss zwingend ein Fisch her. Notfalls halt noch einen Tag dran hängen oder das Gewässer wechseln. Aber toi, toi, toi – abgesehen von Gewässer-Reportagen habe ich noch nie eine Pleite erlebt. Eine gute Vorbereitung ist da Gold wert. Erstens sollte man Erklär-Filme nur mit Leuten drehen, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Glücklicherweise haben wir bei FISCH & FANG und DER RAUBFISCH viele sehr gute Autoren, die auch vor der Kamera exzellente Arbeit leisten. Und zweitens spielen Gewässer und Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Wenn es an dem Gewässer gerade nicht läuft, fahre ich gar nicht erst hin. Dafür wäre der Aufwand viel zu groß.

CC: Hast Du in Bezug auf Angelfilme irgendein Vorbild? Ein bestimmter Film oder einen bestimmten Filmemacher?

Georg: Die amerikanischen Angelvideos sind super professionell gemacht. Spontan fällt mir der Rapala-Film ein – sensationell! Allerdings übersteigt das bei weitem das Budget, das hierzulande für Angelfilme bezahlt wird. Dafür ist der Markt einfach zu klein. Aber mein Herz schlägt ja eh für die Reportagen, und da kommt es weniger auf technischen Aufwand als auf eine peppige Umsetzung an. Ein exzellentes Beispiel dafür ist „Inas Norden“ im NDR. Da reist die Moderatorin Ina Müller durch den Norden und stellt mit viel Pepp und Humor eine Region und ihre Bewohner vor. Wie das Filmteam das umsetzt, ist wirklich klasse. Davon versuche ich mir ein Stück abzuschneiden, gelingt aber leider nicht immer.

CC: Durch den Erfolg der Preiswerten DVD und des Internets haben Angelvideos in den letzten Jahren ja einen richtigen Boom erlebt. Wie wird sich Deiner Meinung nach in Zukunft der Angeljournalismus verändern? Denkst Du, dass Videos noch mehr an Bedeutung gewinnen werden?

Georg: Ja, ich glaube, dass es bald ohne bewegte Bilder gar nicht mehr geht. Das wird einfach erwartet. So werden bald sicherlich die Kataloge der Hersteller mit DVDs ergänzt werden und auch im Internet werden immer mehr Angelfilme zu sehen sein. Die klassische Verkaufs-DVD wird es dagegen schwer haben, denn wenn man was umsonst kriegt, zahlt man nicht gerne dafür. Einige Journalisten jammern zwar über das gestiegene Anforderungsprofil, aber ich sehe es eher als Chance. Zur Zeit ist noch viel in Bewegung und man hat Platz, eigene Ideen auszuprobieren und sich zu versuchen. Ich finde das toll.

CC: Ich kann mir vorstellen, dass beim Drehen nicht immer alles glatt läuft. Was war denn das größte Missgeschick das Dir bisher passiert ist?

Georg: Es ist zwar langweilig, aber so richtige Missgeschicke sind bisher noch nicht passiert. Weder ich noch ein Kollege sind beim Drehen ins Wasser gefallen oder ähnliches. Allerdings habe ich einmal einen 100 Euro teuren Kamera-Aufsatz versenkt. Ich stand auf einer Brücke und habe nach unten gefilmt, als der Windpuschel abgerauscht ist. Komischerweise ist er sofort untergegangen – ärgerlich! Und ein anderes Mal bin ich an die Bodden gefahren, um mit Mathias Fuhrmann zu drehen. Nach zwei Stunden Fahrt habe ich dann festgestellt, dass meine gesamte Kameraausrüstung noch zu Hause im Flur steht. Glücklicherweise hatte Mathias aber alles da.


georg-barsch.jpgBei Dreharbeiten für "Die Gastangler" ging dieser Barsch am Möhnesee an den Haken.

CC: Und darauf natürlich die obligatorische Anschlussfrage: Was war denn bisher Dein schönstes oder lustigstes Erlebnis beim Dreh?

Georg: Gelacht wird beim Dreh immer viel. Gerade letztens habe ich einen Lachkrampf gekriegt. Da war ich mit Krischan in der Schweiz für einen Gastangler-Dreh unterwegs. Wir hatten ein gemeinsames Zimmer und waren morgens etwas spät dran. Krischan wollte sich aber unbedingt noch rasieren, um vor der Kamera möglichst gut dazustehen. Also schnell den Schaum auf die Backen gesprüht und voller Elan vor den Spiegel gehüpft. Ich lag noch auf dem Bett und hörte, wie er noch rumkramte. „Was macht der denn bloß?“ fragte ich mich, als ich auch schon die kleinlaute Frage hörte: „Georg, hast Du einen Rasierapparat dabei?“ Hatte ich nicht, und so musste Krischan sich unverrichteter Dinge den Schaum wieder abwaschen. Sein blödes Gesicht und seine Flüche haben mich den ganzen Tag immer wieder zum Lachen gebracht.


CC: Georg, im Namen der Leser bedanke ich mich für Deine wahrlich interessanten Antworten! Ich wünsche dem Team von „filmfisch“ in Zukunft viel Erfolg und reichlich dicke Fische!

Georg: Herzlichen Dank! Dir und Classy Catchers wünsche ich alles Gute und viel Erfolg. Und wenn Du in Erfahrung gebracht hast, wo man hier in Berlin und Umgebung dicke Fische fängt, sag’ Bescheid ;-)

 

Auf der Internetseite www.filmfisch.de kann man sich über das Team und bisherige Projekte informieren. Besonderer Bonus: In einem Videoplayer kann man sich kostenlos einige Filmbeispiele ansehen!

Das Interview wurde geführt von Wolfgang Kalweit


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