Parkgewässer Drucken E-Mail
Dienstag, 23. September 2008
teaser.jpgNormalerweise zieht es den Angler in die Natur. Das sich diese in städtischen Parks direkt vor unserer Haustür breit macht, soll uns deshalb nur recht sein! Nun lasst uns noch dem Herrgott dafür danken, dass Entenfüttern und Tretbootfahren beliebter Bestandteil sonntäglicher Familienspaziergänge sind. Denn dazu braucht man: Wasser!

In einigen großen Parkanlagen wurden deshalb auch Teiche und manchmal ganze Teichlandschaften angelegt. Viele dieser Gewässer sind alles andere als naturnah. Dennoch besitzen sie einen ganz besonderen Charme, den die „echte“ Natur nicht bieten kann. Ansehnliche Statuen, beeindruckende Wasserfontänen, farbenprächtige Blumenbeete und luxuriöse Anglersitze in Form von bequemen Parkbänken prägen dort nämlich das Bild. Je älter eine Parklandschaft, umso majestätischer schmücken auch prächtige Hängeweiden das Ufer, manchmal sogar direkt neben Kuriositäten wie der Sumpfzypresse oder dem Fliederstrauch.
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Wer früh loszieht wird mit Einsamkeit belohnt!

Viele Parkgewässer bieten einem die Möglichkeit zu fischen. Entweder haben sich kleine Vereine gebildet oder die Stadt gibt entsprechende Angelkarten aus. Oft müssen jedoch zahlreiche Einschränkungen hingenommen werden, im Sinne des Allgemeinwohls (man muss ja auch nicht unbedingt seine Ruten vor die Einfahrt des Tretbootverleihs auslegen...) .Hat man sich aber damit arrangiert, dann steht dem Anglerglück schon fast nichts mehr im Wege. Fast. Wären da nicht die Heerscharen von entspannungssüchtigen Großstädtern, die sich einen Kehricht um Futterplätze, gute Angelstellen und scheue Fische kümmern! Deshalb lautet die oberste Devise: nur dann fischen gehen, wenn solche „Störenfriede“ Arbeiten oder Schlafen. Die beste Zeit ist also morgens während der Woche. Kennt man einen Stadtpark nur zu abendlicher Stunde, dann bekommt man fast einen Schock, wenn man ihn in der Früh um 6 heimsucht. Bis auf wenige tüchtige Jogger ist man oftmals der einzige Mensch am Wasser. Ein ganz besonderes Erlebnis! In den ungemütlichen Jahreszeiten kann man auch auf das Wochenende ausweichen – natürlich in der Früh. Im Sommer hingegen trifft man leider nur allzu oft auf schnarchende Überbleibsel üppiger Grillgelage, die es sich in ihrem eigenen Müll bequem gemacht haben. Das hat dann nichts mehr mit „Charme“ zu tun sondern ist der schönen Morgenstimmung nur abträglich.

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Immer mobil: Stuhl und Rutenhalter sind überflüssig.

Da man sich bei der Gestaltung von Parkgewässern kaum (oder keine) Gedanken um den Lebensraum ihrer zukünftigen Bewohner gemacht hat, sind diese meist flach und strukturarm. Nicht wenige dieser Anlagen bekommen bei hochsommerlichen Temperaturen und Unmengen von Entenkot gewässerbiologische Probleme. Es kommt häufig zur Sauerstoffarmut und nicht selten zu einem Aus für Barsch, Zander und anderen anspruchsvolleren Arten. Andererseits sind diese Bedingungen idealer Lebensraum für Karpfen, Karauschen, Giebel und weitere hartgesottene Schlammliebhaber. Kein Wunder also, dass z.B. in Großbritannien viele Parkgewässer durch ihre zahlreichen Karpfen berühmt wurden! Auch wenn das erbsensuppengrüne Wasser nicht darauf schließen lässt, so beherbergen Parkgewässer oft kapitale Fische. Dieser Umstand erklärt sich auch dadurch, dass sie meist nur wenig beangelt werden (vielleicht weil die Fische nach Erbsensuppe schmecken...).

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In der dicksten Brühe verbergen sich meist die schönsten Fische: Ein perfekter Schuppi!
Durch die generelle Strukturarmut wird das noch so kleine Feature zum Hot-Spot. Da umgestürzte Bäume häufig fehlen (dank des eifrigen Grünamtes), muss man nach anderen Unregelmäßigkeiten Ausschau halten. Die Lotrute sollte hier das erste Messinstrument sein. Nicht selten ist solch ein Gewässer an seinem Einlauf besonders flach und am Auslauf tief. Nicht nur bei kühleren Temperaturen sind die tiefen Abschnitte einen Versuch wert. Trotz der Monotonie findet man ab und an tiefere Löcher oder kleinere Erhebungen, die wohl meist auf Launen eines Baggerfahrers zurückzuführen sind. Hot-Spot! Zu guter Letzt sind auch noch Verbindungsarme zwischen einzelnen Teichen interessant, da die Fische dort regelmäßig vorbeiziehen. Neben der Lotrute sollte man auch immer seine Augen benutzen: Schlamm + Karpfen + Larvenfrühstück = Blasenteppiche Die halten sich auf der „Erbsensuppe“ extrem lange und geben selbst nach vielen Minuten noch den Hinweis, dass dort Fische aktiv waren.

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Viele Parkgewässer sind ein Paradies für Friedfischangler.

Entdeckt man an einem Platz häufiger solche Anzeichen von Aktivität, dann hat man seine nächste Angelstelle gefunden. Natürlich kann man aber auch dem aktiven Ansatz folgen und gründelnde Fische gezielt aufsuchen und dann direkt beangeln. Aufgrund der geringen Gewässergrößen klappt das meist hervorragend!

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Abendstimmung am Parkgewässer.

Wer also kleine Gewässer mag und einmal eine etwas andere Erfahrung machen möchte - auch im Umgang mit seinen Mitmenschen – der sollte sich um eine Angelerlaubnis am lokalen Parkweiher bemühen. Wer die oben genannten Tipps berücksichtigt, dem ist ein spannendes Angelerlebnis garantiert!

Von Wolfgang Kalweit